Familien-Basierte telemedizinische versus Institutionelle Anorexia nervosa Therapie (FIAT)-Studie
Um die Versorgungssituation für Kinder und Jugendliche mit Anorexia nervosa (AN) zu verbessern, führt das Berliner FIAT-Team an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Charité - Universitätsmedizin Berlin die FIAT-Studie durch. Sie untersucht die familienbasierte Therapie im Vergleich zur stationären multimodalen Therapie (SMT) und zielt darauf ab, neue und vielversprechende Behandlungsmodelle zu evaluieren.
Die familienbasierte Therapie, die sich in England und den USA bereits als Hauptbehandlungsform für Kinder etabliert hat, konnte Krankenhausaufenthalte verkürzen oder sogar verhindern. Die Familie spielt eine aktive Rolle als zentrale und langfristige Ressource für die Genesung und ermöglicht es den Patienten, sich in ihrer vertrauten Umgebung zu erholen. Sollte sich die FBT als ebenso wirksam wie die SMT erweisen, könnte sie für eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen in Frage kommen und somit vielen Betroffenen in Deutschland zugänglich gemacht werden.
Die FIAT-Studie ist eine multizentrische, randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit einem Nichtunterlegenheitsdesign. Sie wird von der Charité – Universitätsmedizin Berlin koordiniert, an der bis zu 23 Kliniken in ganz Deutschland teilnehmen. Mit insgesamt 200 Teilnehmern im Alter von 8 bis 17 Jahren, bei denen AN diagnostiziert wurde, wird es die erste und größte Studie in Kontinentaleuropa sein, die FBTSCM untersucht. Teilnahmeberechtigt sind Familien, deren Kinder eine stationäre Behandlung erhalten sollen. Die teilnehmenden Familien werden nach dem Zufallsprinzip entweder der FBTSCM- oder der IMT-Gruppe zugewiesen.